Pelletsheizung

Inhaltsseiten/pelletsanlagen.jpg Die Pelletsheizung als Zentralheizsystem ist ein vollautomatisches Holzheizsystem, das über eine Förderschnecke oder ein Saugsystem mit einem Lagerraum oder Lagerbehälter (z.B. Gewebesilo) verbunden ist, aus dem die Pellets automatisch zur Pelletsheizung transportiert werden. Dabei ist der Lagerraum im Idealfall so konzipiert, dass er nur einmal im Jahr aufgefüllt werden muss. Eine Beschickung von Hand entfällt hierdurch völlig, wodurch die automatische Pelletsheizung in Bezug auf ihren Bedienkomfort ohne weiteres mit herkömmlichen Ölheizungen konkurrieren kann. 

Die Menge der zugeführten Pellets wird bei modernen Geräten durch eine mikroprozessorgesteuerte Regelung der erforderlichen Leistung der Pelletsheizung angepasst. Pufferspeicher sind bei der Installation von Pelletsheizungen nicht zwingend notwendig. Durch den Einbau eines Pufferspeichers ist es jedoch möglich, die Zahl der Brennerstarts zu reduzieren und den Kessel weitestgehend im Volllastbetrieb laufen zu lassen. Dies erhöht den Wirkungsgrad und reduziert die Emissionen der Verbrennung. Gerade für Gebäude mit einem niedrigen Wärmebedarf ist der Einbau eines Pufferspeichers sehr empfehlenswert. Zusätzlich kann über einen Pufferspeicher eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung optimal in das Heizsystem eingebunden werden.

Pellets-Einzelöfen werden hauptsächlich zur Beheizung einzelner Wohnräume oder in Kombination mit anderen Heizsystemen wie zum Beispiel Solarkollektoren oder Komfortlüftungen eingesetzt. Diese Pelletsöfen besitzen einen vom Brennraum abgetrennten Vorratsbehälter, der in regelmäßigen Abständen von Hand befüllt werden muss. Der Behälter ist so ausgelegt, dass der Vorrat für eine Brenndauer zwischen 24 und 100 Stunden ausreicht.
 
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Entwicklung
Die Anfänge der Pelletsheizung sind in den frühen achtziger Jahren in den USA zu finden. Soweit bekannt, wurde hier die erste Pelletsheizung durch den Flugingenieur Jerry Whitfield zur Marktreife gebracht. Mit der ersten Ölkrise in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Thema Pelletsheizung wieder neu entdeckt. Zwischen 1977 und 1983 wurden mehr als 20 Pelletsproduktionen in Nordamerika gebaut. Es dauerte nicht lange und die nun automatisch arbeitende Pelletsheizung fand eine weite Verbreitung. In Europa waren Schweden und Dänemark die Vorreiter, ab Mitte der 90er Jahre folgte Österreich. Von Österreich fand die Technik, nicht zuletzt wegen der extrem schnell steigenden Kosten für Öl und Gas Ende der 90er Jahre ihren Weg nach Deutschland. Zur Mitte des Jahres 2009 sind bereits über 100.000 Pelletsheizungen in deutschen Haushalten installiert und die Nachfrage im kommunalen Bereich wächst rasant.

Feuerungstechnik
Die Basistechnik zur Verbrennung in einer Pelletsheizung lässt sich in drei Feuerungstypen unterscheiden: Unterschub-, Seiteneinschub- und Fallschachtfeuerung.

Bei der Unterschubfeuerung werden die Pellets mittels einer Schnecke von unten auf ein Brandteller geschoben und bei der Seitenschubfeuerung seitlich und so für die automatische Nachfuhr gesorgt. Die verbrannten Pellets werden dadurch nach außen und dann in die Aschenlade geschoben.

Bei Fallschachtsystemen werden die Pellets über eine Steigung nach oben befordert und fallen dann über einen Fallschacht auf den Verbrennungsrost. Dies Anwendung erfolgt häufig bei Wohnpelletsöfen.

Holzpellets / Pellets für eine Pelletsheizung
Holzpellets sind genormte zylindrische Presslinge aus naturbelassenen Holzspänen. Ein Normpellet ist zwei bis fünf Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von ca. 6 mm bis 8 mm
Sägemehl und Hobelspäne sind der Rohstoff, aus dem Holzpellets hergestellt werden. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Nebenprodukte aus der Holz verarbeitenden Industrie, z.B. den Säge- und Hobelwerken. Um eine Tonne Pellets für Pelletsheizungen zu produzieren, werden zwischen 6 m³ bis 8 m³ Späne benötigt. Das Lignin im Holz wir durch das Pressen klebefähig und somit können die Pellets ohne zusätzliche Hilfsmittel hergestellt werden.

Der Energiegehalt für die Herstellung und Bereitstellung der Pellets einer Pelletsheizung aus trockenen Sägespänen ist im Vergleich zur Bereitstellung von Erdgas oder Heizöl gering. So beträgt der Energieaufwand zur Bereitsstellung von Pellets für Pelletsheizungen nur 2,7 % der Endenergie, bei Erdgas dagegen 10 % und bei Heizöl sogar 12.

Jahresbedarf bei 150 m² Wohnfläche nach Haustyp und Energiekennzahl:


Haustyp Pelletbedarf /Jahr
Passivhaus 3 kg/m² 450 kg
3-Liter Haus 6 kg/m²  900 kg
Niedrigenergiehaus Haus 8 -10 kg/m²   1.400 kg
Bestand 44 kg/m² 6.600 kg

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