
... oder Wohlfühlen unterm Dach
Beim Thema Wärmeschutz denken viele sofort an U-Werte und niedrige Heizkosten. Sicherlich spielen die Energieverluste eine entscheidende Rolle bei Ihrer Hausplanung. Genauso sollten Sie aber die Wohnqualität beim sommerlichen Wärmeschutz beachten.
Während der Übergangszeit und im Winter ist die passive Solarenergiegewinnung durch großzügige, südorientierte Verglasungen durchaus positiv und reduziert die Heizkosten. Dies ändert sich jedoch im Sommer bei direkter Einstrahlung und dadurch bedingter Aufheizung der Räume. Ab einer Raumtemperatur von ca 26°C fühlen sich die meisten Menschen nicht mehr wohl und die Leistungsfähigkeit sinkt merklich. Eine Wohnung lässt sich zwar klimatisieren, aber das kostet neben zusätzlichen Investitionen sehr viel Energie.
Deshalb wird in den neuesten Berechnungen der Energieausweise auch der sommerliche Wärmeschutz berücksichtigt. Besonders bei großen Verglasungen und Dachschrägen ist die Berücksichtigung der Verschattungsmöglichkeiten und der Isolierung von großer Bedeutung. Bereits bei der Architektur sollten die Sonnenstände berücksichtigt werden und große Glasflächen durch entsprechende Vordächer, Dachvorsprünge oder auch durch große Laubbäume eine Verschattung erhalten.
Ist keine indirekte Verschattung von außen möglich, sind entsprechende Beschattungsanlagen zu planen, wobei eine Außenbeschattung wesentlich effektiver ist als eine Innenbeschattung. So haben außenliegende Jalousien oder Rollläden einen Minderungseffekt gegenüber der direkten Einstrahlung von 70 - 75%, innenliegender Sonnenschutz jedoch nur 10 -25%.
Einen Einfluss auf die Raumtemperatur haben aber auch die Baustoffe. Massive, schwere Baustoffe heizen sich langsamer auf, geben die Temperatur aber auch nur sehr langsam wieder ab. Bei langen Hitzeperioden können diese Bauten während der Nacht nicht mehr abkühlen. In Fertighäusern mit Holzkonstruktionen, die sehr gut isoliert sind, steigt die Raumtemperatur geringfügig schneller an, die Häuser können aber über die Nachtstunden durch Lüftung effektiv und effizient abgekühlt werden.
Entscheidend ist hier die sogenannte Phasenverschiebung das heißt, dass die Wärme der Mittagssonne nicht sofort an den Raum abgegeben wird, sondern erst mit einer Verzögerung in den Abendstunden im Raum wirksam wird. Die Phasenverzögerung sollte 6 - 8 Stunden betragen. Da Holz ein sehr gute Speicherfähigkeit besitzt, können bei entsprechenden Dämmstärken und Plattenlagen diese Werte relativ leicht erreicht werden.
Weiters ist die Farbe der Außenfassade von großer Bedeutung. Helle Fläche heizen sich wesentlich weniger auf als dunkle. Die Temperaturdifferenz an der äußeren Oberfläche kann hier bis zu 20°C betragen.
Bei Dachflächen ist eine gut dimensionierte Lüftungsebene zwischen dem Unterdach und der Dacheindeckung wichtig. Nachteilig wirken sich auch südorientierte Dachflächenfenster aus. Diese können nur sehr aufwändig beschattet werden. Auch die Dachfläche, die zumeist eine dunkle Farbe hat, bewirkt ein Aufheizen der darunter liegenden Flächen. Deshalb sollten hier schwere Dämmstoffe wie z.B. Zellulose oder Weichfaserplatten zum Einsatz kommen.
Wird der sommerliche Wärmeschutz bereits bei der Planung berücksichtigt, erzielen Sie auch im Sommer angenehme Raumtemperaturen, ohne dass zusätzliche Klimatisierungen notwendig sind.